„Witch Hunt“ von Susanne Kaiser
Susanne Kaiser legt den zweiten Fall mit ihrer LKA-Ermittlerin Obalski vor: In „Witch Hunt“ geht es um Hater, Incels und sonstige Zukurzgekommene.

„Witch Hunt“ von Susanne Kaiser ist unser Krimitipp der Woche
Strafwerkzeuge aus dem Mittelalter haben mitunter einen schlechten Ruf, sind jedoch effektiv. So hat etwa der hölzerne Schandpfahl vom altertümlichen Marktplatz als digitaler Pranger längst seine moderne Form gefunden. Zu gerne bedienen sich Hater, Incels oder sonstig Zukurzgekommene der neuen Machtinstrumente im Netz, um es diejenigen heimzuzahlen, denen sie die Schuld für ihre Misere geben. Das gerade auch erfolgreiche Frauen da Opfer einer regelrechten Hexenjagd werden können, erfährt eine Politikerin des bayerischen Landtags: Sie ist nicht nur Hatespam sondern auch Vergewaltigungs- sowie Mordfantasien ausgesetzt. LKA-Ermittlerin Obalski wird undercover als Social-Media-Beraterin in ihr Team geschleust, um so auf die Spur der Internet-Trolle zu kommen. Als jedoch nicht nur eine Bombendrohung eingeht, sondern auch gegen weitere Frauen in München gehetzt und gar eine Richterin ermordet wird, gerät Obalski unter enormen Erfolgsdruck.
Susanne Kaiser blickt im zweiten Band ihrer packenden Reihe auf eine bedrohliche Entwicklung, welche aktuell durch Deepfakes einen erschreckenden Höhepunkt erreicht. Mit der Hackerin Nila wird deutlich, welche Techniken die Digitalforensik dagegen stellt. Weit mehr als Frauenhass verbirgt sich hier jedoch hinter allen Taten: Obalski deckt eine raffinierte Manipulationsaktion auf, die einem fast mittelalterlich anmutenden Geschäftsmodell dienen soll …
Mit „Witch Hunt“ hat es Susanne Kaiser auf unsere Liste der besten Krimis im Mai 2026 geschafft
Literatur


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