„Nebelblau“ von Tove Alsterdal
Mit „Nebelblau“ führt Tove Alsterdal ihre ungewöhnliche Krimitrilogie zu einem schlüssigen Ende, das keine abgedrehten Serienmörder braucht, um zu überzeugen.

„Nebelblau“ von Tove Alsterdal überzeugt allein mit den zutiefst menschlichen Unzulänglichkeiten, die uns Ermittlerin Eira und die Kleinstadtbewohner von Ådalen vor Augen führen.
„Nebelblau“ von Tove Alsterdal ist unser Krimitipp der Woche.
Alles hoffnungslose Fälle: Die Mutter lebt aufgrund von Demenz im Pflegeheim, der Bruder sitzt aus Dummheit wegen Totschlags im Gefängnis, und sie selbst ist im siebten Monat schwanger, ohne dass sie bei zwei Geschlechtspartnern den Erzeuger kennt. Eigentlich hat die 35-jährige Polizistin Eira Sjödin schon genug um die Ohren, als sich auch noch um einen Cold Case zu kümmern. Zumal der komplizierterer ist, als er zunächst scheint: Im Ångerman-Fluss in Nordschweden finden Hobbytaucher den Schädel eines jungen Mannes. Die Untersuchungen ergeben, dass er offensichtlich in den 1960er-Jahren hingerichtet worden ist.
Eira kommt einer Verbindung zu einem fernen Krieg auf die Spur, die alte Wunden aufreißt und politisch brisant ist. Tove Alsterdahl führt ihre ungewöhnliche Krimitrilogie zu einem schlüssigen Ende, das keine abgedrehten Serienmörder braucht, um zu überzeugen. Es genügen die zutiefst menschlichen Unzulänglichkeiten, die uns Ermittlerin Eira und die Kleinstadtbewohner von Ådalen vor Augen führen. Für die frischgebackene Mutter gibt es zum Schluss zwei Abschiede – und eine Erkenntnis: Mit einem Kleinkind auf dem Arm kann sie nun wirklich keine Verfolgung mehr aufnehmen …
Mit „Nebelblau“ hat es Tove Alsterdal auf unsere Liste der besten Krimis im August 2023 geschafft.
Literatur


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