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Tom Smith: Genüsslich vorgetragener Weltschmerz
Editors-Sänger Tom Smith über die Gründe, warum es mit seinem Solodebüt plötzlich ganz schnell gehen musste.

Tom, was hat dich dazu gebracht, ausgerechnet jetzt dein erstes Soloalbum zu veröffentlichen?
Tom Smith: In erster Linie mein Instinkt. „There is nothing in the Dark that isn’t there in the Light“ hat eine gewisse Schwere, und auch, obwohl das immer so wichtigtuerisch klingt, etwas zutiefst Erwachsenes. Ich hätte ein solches Album niemals in meinen Zwanzigern machen können. Und auch nicht in meinen Dreißigern. Mein jüngeres Ich hätte sich unwohl gefühlt mit diesen Liedern über die Endlichkeit der Dinge und des Lebens an sich.
Du bist also gewissermaßen in die tiefe und ergreifende Melancholie von Stücken wie „Endings are breaking my Heart“ hineingewachsen?
Smith: Ich finde schon. Mit 44 weiß ich, was Verlust bedeutet. Und mit dem Gedanken an eine Soloplatte habe ich schon länger gespielt. Es klingt banal, aber da wir auch an einem neuen Editors-Album arbeiten, wollte ich das jetzt durchziehen. Ich will nicht erst knapp 50 sein, bis ich wieder die Zeit für meinen genüsslich vorgetragenen Weltschmerz habe. (lacht)
Wo holst du sie denn her, die Traurigkeit in Liedern wie „Deep Dive“?
Smith: Die muss ich nicht suchen, sie ist schon da. Traurige Lieder zu schreiben ist so etwas wie meine Werkseinstellung. Das war schon so, als ich mit 13 angefangen habe, an der Gitarre in meinem Kinderzimmer zu komponieren. Ich hatte als Kind Freunde und ein behütetes Umfeld, heute habe ich eine tolle Familie. Ich bin wirklich ein Glücksmensch, und doch zieht es mich immer wieder hin zur Melancholie.
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