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Penis, Beine, Arsch: Romano über neues Album „Körper“
Unsterblichkeit strebt der Meister des absurden Pop aus Berlin-Köpenick nicht an, trotzdem kümmert sich Romano intensiv um seinen Körper.

Romano, „Körper“ ist ein Album mit vielen Pop-, Disco- und HipHop-Elementen, einigen langen Gedichten und einer Riesenladung abgefahrener Texteinfälle. Wieviel Spaß hast du selbst bei der Arbeit gehabt?
Romano: Unglaublich viel. Noch mehr als sonst hatte ich bei dieser Platte die totale Freiheit, denn unser Körper bietet dem Ausprobieren und Sich-Auslassen natürlich unendlich viel Raum.
Wie kommt man überhaupt auf die Idee, ein Album über Körperteile mit Liedern wie „Penis“, „Beine“ oder „Arsch“ zu machen?
Romano: Im Sommer letzten Jahres bin ich mit meinem Produzenten auf der Geburtstagsparty eines engen Freundes gewesen, und nach dem einen oder anderen Sekt haben wir angefangen, den Song zu schreiben, der jetzt „Zunge“ heißt. Später haben wir geguckt, ob uns die Idee vielleicht zu einer EP von fünf, sechs Songs treibt – bis wir plötzlich zwölf zusammen hatten.
Das Stück „Zöpfe“ ist ein total absurdes Märchen. Der Protagonist wird mit Zöpfen geboren, wächst bei Wölfen auf, erlebt tausend irre Abenteuer und sorgt am Ende noch für Frieden.
Romano: Vieles ergibt sich beim Schreiben und speist sich dabei aus meinen Interessenfeldern. Mich faszinieren Wikingersagen, Mythen der Urvölker, alles rund um Babylon und Mesopotamien, die Bibel, Sagen, das Klosterleben im Mittelalter, Till Eulenspiegel, der Simplicissimus, die Native Americans, Karl May, Edgar Allen Poe, Wilhelm Busch. Die Sache, dass dieses Zopfkind der Sohn des Staatschefs ist und den Krieg beendet, ist mir ganz am Ende noch eingefallen. Warum nicht einfach mal eine Vision haben? In der Kunst ist das möglich.
Woher kommt denn dieses allumfassende Interesse?
Romano: Ich bin mit einem Vater großgeworden, der Unmengen von Büchern gehabt hat. Er ist Pyrotechniker beim Fernsehfunk der DDR gewesen und hat auch in der Requisite mitgearbeitet. So haben wir Zugang zu Rüstungen, Uniformen und Kostümen aus allen möglichen Epochen gehabt. Ich habe mich als Kind sehr gerne kostümiert: Realität und Träumereien habe ich frei nach meinen Vorstellungen und Vorlieben gemischt.
Bist du jemand, der versucht, Körper und Geist so zu optimieren, dass er unsterblich wird?
Romano: Der Drang nach Unsterblichkeit ist mir eher suspekt. Ich denke an Lady Báthory, die ungarische Blutgräfin, die um 1600 gelebt hat. Man sagt, sie habe in Menschenblut gebadet oder sogar Jungfrauen getötet, um mit deren Blut unsterblich zu werden. Irgendwann wird so ein Körper nichtsdestotrotz welk und zerfällt. Vielleicht möchte ich lieber ein erfülltes, schönes Leben haben und mit 80 oder so abtreten.
Pflegst du deinen Körper?
Romano: Ja, denn der Körper ist verwundbarer als wir denken. Ich habe eine Creme für tagsüber und eine für nachts, außerdem mache ich seit kurzem wieder Sport. Und gestern bin ich das erste Mal im Leben bei der Gesichtspflege gewesen. Meine Freundin hatte mir zum Geburtstag den Gutschein geschenkt.
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