- Discover
„Feel better“ von Odd Beholder: Rückblick ohne Nostalgie
Auf ihrem neuen Album erinnert sich Daniela Weinmann an ihr Leben zurück – mit sanftem Elektropop und viel Empathie.

Nach zwei Alben als Odd Beholder ist es für Daniela Weinmann Zeit, zurückzublicken und sich zu fragen, wie sie hier eigentlich gelandet ist. Folgerichtig bezeichnet sie ihre dritte Platte als „Coming-of-Age-Geschichte“, die allerdings ohne jede Nostalgie auskommt. Stattdessen thematisiert Weinmann das oppressive Klima in ihrer kleinen Heimatstadt („Rifle Club“), die Einsamkeit selbst inmitten einer Familie („Dogs like me“) und die Wunden, die sie bis heute mit sich herumträgt („Insecurities“).
Anlass für die Rückschau ist der in „Woolen Sweater“ besungene assistierte Suizid von Weinmanns Großvater – in ihrer Heimat, der Schweiz, schon lange legal. All das verpackt sie in sanft schillernden Elektropop, hier und da aufgebrochen durch Techno-Rhythmen („Just because I regret it“) oder eine verzerrte Stimme („Patchwork Girl“). So zieht Weinmann Bilanz: mit der distanzierten Perspektive einer Erwachsenen, zugleich aber mit grenzenloser Sympathie für ihr jüngeres – und gegenwärtiges – Ich.
Musik


Qobuz-Tipp der Woche: „Yearnalism“ von Baby Rose

Mit Sounds wie aus den 70ern: Fink geht auf Tour
Hörenswert

Absichtlich uncool: Panda Bear und Sonic Boom im Gespräch
Noah Lennox alias Panda Bear und Peter Kember alias Sonic Boom ergänzen einander perfekt: Über den Tod denken sie genau so gern nach wie über Steel Drums.

„Wo bleibt da der Spaß?“ Dinosaur Jr. ist zurück
J Masics von Dinosaur Jr. weiß selbst nicht, was er sagen will, wenn er einen Song schreibt. Jetzt kommt ein neues Album: „There Near“.

Qobuz-Tipp der Woche: „Visitor“ von Sienna Spiro
Bereits vor dem Release ihres Debütalbums war Sienna Spiro ein Popstar. Mit „Visitor“ beweist die Britin nun, dass sie mehr als ein Internethype ist.