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Magische Tiefe: HAEVN im Interview zu „Wide Awake“
Auf seinem zweiten Album verarbeitet das niederländische Duo HAEVN seine Vergangenheit – und zeigt, dass es nie zu spät ist für einen Neuanfang.

Marijn, Jorrit, euer neues Album zeigt mit Songs wie „Great Mother“ eine ruhevolle Stärke.
Jorrit Kleijnen: In einer Welt voller Krach ist Ruhe eine Superkraft. Einige Menschen finden unsere Musik langweilig, aber es braucht Kopffreiheit, um all ihre Details aufzuschlüsseln.
In „One Day“ verhandelt ihr Marijns dreijährige Krankheit mit Anfang 20. Wieso habt ihr dieses Thema jetzt aufgegriffen?
Marijn van der Meer: Wenn wir Musik machen, ist das sehr …
Kleijnen: … intuitiv. Unser Unterbewusstsein spricht durch Melodien mit uns – und manchmal resonieren wir mit ihnen.
Van der Meer: Das Thema ist mit den ersten Akkorden aufgekommen. Beim Songwriting weiß ich anfangs manchmal nicht, worum es geht, doch dann entdecke ich etwas, das ich noch verarbeiten muss.
Welche neuen Lebenserfahrungen habt ihr auf „Wide awake“ verarbeitet?
Kleijnen: Zwischen 33 und 38 wirst du ein erwachsener Mann und lernst, Verantwortung zu übernehmen. Viele Menschen verändern alles um sich herum, um glücklich zu werden, aber Veränderung findet zuerst in dir selbst statt.
Van der Meer: Darum geht es im Titelsong.
Kleijnen: Auf unserem ersten Album konnten wir noch nicht wie in „Gave it all“ sagen, dass wir alles gegeben haben und es nicht genug war. Das braucht Selbstliebe und Mut.
Hat euch das Alleinsein, nach dem ihr euch in „One Day“ sehnt, diesen Mut gegeben?
Kleijnen: Es geht mehr um das, was mit dem Alleinsein einhergeht, etwa mit der Natur verbunden zu sein. Im Gegensatz zu unserem ersten Album haben wir diesmal viele akustische Elemente verwendet, die das widerspiegeln.
In „Beginners“ geht es um Neuanfänge. Denkt ihr, es wird mit zunehmendem Alter schwieriger, Neues zu wagen?
Kleijnen: Nein, je besser du dich kennst, desto besser kannst du dich auf Neues einlassen. Wenn du dich entscheidest zu leben, um zu lernen, schätzt du neue Abenteuer.
Van der Meer: Mein jüngeres Ich hätte zu viel Angst davor gehabt, vor 20 000 Menschen aufzutreten. Heute weiß ich, dass, wenn ich in die Tiefe springe, dort etwas Magisches wartet.
Musik


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