„In den Wald“ von Maddalena Vaglio Tanet
Für ihren Debütroman „In den Wald“ hat sich Maddalena Vaglio Tanet von einer wahren Begebenheit in ihrer Heimatstadt Biella inspirieren lassen.

Eine Kleinstadt im Piemont im Jahr 1970: Als die Lehrerin Silvia erfährt, dass ihre Schülerin Giovanna sich umgebracht hat, geht sie kurzerhand in den Wald. In einer verfallenen Hütte versucht sie, mit der Natur zu verschmelzen, während eine großangelegte Suchaktion beginnt. Ausgerechnet der neue Schüler Martino stößt zufällig auf sie, doch Silvia will gar nicht zurück – zu sehr leidet sie unter dem eigenen Versagen.
Für ihren Debütroman hat Maddalena Vaglio Tanet sich von einer wahren Begebenheit in ihrer Heimatstadt Biella inspirieren lassen, die sie zunächst als kleines Mädchen gehört hat, nur andeutungsweise, erfüllt von grausamer Faszination. Das ist womöglich der Grund für die einzigartige Perspektive, die ihre Erzählstimme findet: kindliches Staunen gepaart mit erwachsener Analyse, Empathie und Neugier für ihre Figuren, ohne die Identifikation – wie aktuell so manche Autofiktion – schon als gegeben vorwegzunehmen. So nimmt sie gerade deutsche Leser:innen mit auf eine dreifache Reise: durch die Zeit, durch den Raum – und in die Gemüter einer ganzen Reihe von manchmal nur skizzenhaft, aber immer tiefenscharf gezeichneten Personen.
Hat es „In den Wald“ von Maddalena Vaglio Tanet auf unsere Liste der besten Bücher im März 2025 geschafft?
Literatur


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