„In den Stunden einer Nacht“ von Federico Axat
Mit „In den Stunden einer Nacht“ unterläuft Federico Axat erwartbare Plottwists und dreht die Handlung durch den Einsatz bunter Pillen zu einem Psychopharmakathriller.

Bei „In den Stunden einer Nacht“ hat Federico Axat großen Spaß: FBI-Agenten spielen sich als „Men in Black“ auf, und am Ende steht eine verschlüsselte Botschaft – die man selbst decodieren muss …
„In den Stunden einer Nacht“ von Federico Axat ist unser Krimitipp der Woche.
Wer morgens mordsmäßig verkatert auf dem Wohnzimmerteppich erwacht, hat ein Problem. John Brenner hat gleich mehrere: Seine noch müden Augen erblicken nicht nur eine leere Wodkaflasche, sondern auch eine unbekannte Tote und die offensichtliche Tatwaffe. Nun sind im Genre ja Erinnerungslücken in Verbindung mit Mordfällen schon ziemlich durchgenudelt.
Was macht also der argentinische Autor Federico Axat aus dem bekannten Topos? Zunächst bleibt es bei den üblichen Übersprungshandlungen und Fehlentscheidungen, mit denen sich John gegenüber der Polizei erst recht verdächtig machen würde. Natürlich verschwindet dann auch noch die Leiche – das kennt man ja. Ohne Beweise auf ein Verbrechen könnte alles, was John in seinem abgelegenen Haus in den Wäldern von New Hampshire erlebt hat, als die Halluzinationen eines Alkoholikers abgetan werden. Meint auch Johns älterer Bruder Mark, der sich etwas zu fix als Krisenmanager anbietet und offensichtlich mehr verschweigt, als er sagt. Federico Axat spielt souverän mit Plotklischees, indem er erwartbare Twists unterläuft und die Handlung durch den Einsatz bunter Pillen zu einem Psycho-Pharmaka-Thriller dreht. Wo Wodka an seine Grenzen stößt, sind Erinnerungen und Realitätswahrnehmung durch Medikation raffiniert beeinflussbar. Und bei all dem hat Federico Axat großen Spaß: FBI-Agenten spielen sich als „Men in Black“ auf, und am Ende steht eine verschlüsselte Botschaft – die man selbst decodieren muss …
Mit „In den Stunden einer Nacht“ hat es Federico Axat auf unsere Liste der besten Krimis im Februar 2024 geschafft.
Literatur


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