„Im Paradies“ von Dorota Maslowska
Mit ihrem derben, expliziten und zeitweise sehr lustigen Episodenroman „Im Paradies“ zeichnet Dorota Maslowska ein Sittenbild unserer Gegenwart.

„Im Paradies“ von Dorota Maslowska ist unsere Buchempfehlung der Woche
„Ich ficke sie jetzt aus diesem Uber, in ihren dicken, nicht epilierten, pickeligen, von Zellulitis und Hautfalten wabbelnden Hintern.“ Anmutige Gedanken wie dieser sind in Dorota Masłowskas neuem Roman „Im Paradies“ keine Seltenheit. Jener hier gehört zu einem misogynen Bänker. Eine der vielen abgründigen Figuren, die in diesem derben, expliziten und zeitweise sehr lustigen Episodenroman der polnischen Autorin aus- und zeitweise gar bloßgestellt werden. Da wäre noch ein Junge, der einer Frau beim Ertrinken zusieht, eine Frau, die sich in einer Absteige der völligen Blöße hingibt, oder ein verdrogter Werbefilmer. Es wird geflucht, gefickt und gekokst, doch in den stillen Momenten eben auch gegrübelt, gezweifelt und geheult.
Erbärmlich wie ein Meme von Sveamaus, zumal sich hinter der so verrohten Sprache der Figuren, die andere wahlweise als „dickwanstige Ballerinas“ oder „schmelzende XXL-Eisportionen“ bezeichnen, vor allem eines steckt: Einsamkeit. Und diese lässt sich nun mal weder mit Sex, TikTok, Fitness, Drogen noch mit fancy Food-Trends aus New York kompensieren – auch, wenn es in diesem Sittenbild unserer Gegenwart alle so verbissen versuchen.
Mit „Im Paradies“ hat es Dorota Maslowska auf unsere Liste der besten Bücher im Februar 2026 geschafft.
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