„Fundamentalös“ von Nussaibah Younis
Nussaibah Younis weiß, wovon sie in ihrem Blockbuster-Debütroman „Fundamentalös“ erzählt: Die in Manchester geborene Friedensforscherin hat die irakische Regierung in Fragen zur Deradikalisierung beraten.

„Fundamentalös“ von Nussaibah Younis ist unsere Buchempfehlung der Woche.
„Ein Deradikalisierungsprogramm für IS-Frauen leiten“, entgegnet Nadia ihrem Fahrer, als der fragt, was sie denn im Irak wolle. Eben noch Dozentin am University College London, ist Nadia plötzlich Teil der UN in Bagdad. Und die schweigend hochgezogenen Augenbrauen ihres Fahrers lassen erahnen, dass ihr Vorhaben mindestens ambitioniert, wenn nicht gar völlig illusorisch ist. Nussaibah Younis weiß, wovon sie in ihrem Blockbuster-Debütroman „Fundamentalös“ erzählt, hat die in Manchester geborene Friedensforscherin doch die irakische Regierung in Fragen zur Deradikalisierung beraten und in Washington, D.C. die Taskforce zur Zukunft des Irak geleitet.
Und so sind ihr aberwitziger Ritt durch den bürokratischen Irrsinn, ihr Blick auf Korruption und Doppelmoral des akademischen Elite-Aktivismus’ und ihr zuweilen frotzelnder Umgang mit postkolonialem Idealismus weniger boshafter Zynismus denn von der Realität inspiriert. Auch Ich-Erzählerin Nadia meint zumindest, eine Ahnung von ihrer kommenden Arbeit zu haben. Wurde sie doch ihr Leben lang von ihrer streng muslimischen Mutter gegeißelt. Weshalb sie schnell beschließt, der verwitweten Sara, die sich bereits mit 15 der Liebe wegen dem IS anschloss, bei ihrer Resozialisierung zu helfen – komme, was wolle. Und so viel sei verraten: Es kommt, was wolle.
Mit „Fundamentalös“ hat es Nussaibah Younis auf unsere Liste der besten Bücher im April 2026 geschafft
Literatur


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